Geschichte

Aufstellung über die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr von 1873 bis heute
1873 – 1900   Josef Mattes
1900 – 1914   Anton Mesle
1914 – 1919   Franz Xaver Butsch
1919 – 1921   Josef Kupferschmid
1921 – 1927   Rudolf Mattes
1927 – 1932   Richard Mattes
1932 – 1947   Josef Zepf  Ehrenkomm.
1947 – 1954   Karl Müller
1954 – 1959   Anton Keller  Ehrenkomm.
1959 – 1969   Hans Ragg
1969 – 1976   Johann Zepf
1976 – 1990   Berthold Schöttle  Ehrenkomm.
1990 – 1996   Florian Kühner
1996 – 2005   Frank Harter
2005 – 2014   Markus Vopper
2014 – heute  Markus Rebstock

 

Was heute geschieht, ist morgen Geschichte

Mit diesem Gedanken, lebt eine Gemeinde, lebt jeder Verein und lebt auch jede Feuerwehr.

Jede Feuerwehr, ob Groß oder Klein, in Stadt oder kleiner Gemeinde, bezieht ihr Selbstverständnis nicht nur aus Stärke und Tüchtigkeit, sondern aus ihrer Geschichte und Tradition. Es ist über viele Jahre hinweg zur Selbstverständlichkeit geworden, dass bei Brand, Unfall oder in Katastrophenfällen die Feuerwehr kommt und eben da ist. Sie bietet automatisch Hilfe in diesen verschiedenen Situationen und Notlagen. Und diese Selbstverständlichkeit kommt bei den Menschen erst wieder richtig zum Bewusstsein, wenn die Feuerwehr vom Einzelnen gebraucht wird.

Schon sehr bald haben die Menschen es verstanden, sich das Feuer nutzbar zu machen. Doch sie mussten viel lernen, um das Feuer unter Kontrolle zu halten. Durch Unachtsamkeit entstanden Feuersbrünste, die ganze Ortschaften oder Stadtteile vernichteten.

Dies war sicherlich auch der Grund, warum schon sehr bald die Regierenden der Länder und auch des Bundes das Feuerlöschwesen in den Kommunen regelten. Diese Landes- und Bundesverordnungen verpflichteten letztendlich jeden einzelnen Bürger, für den Feuerschutz ausnahmslos zur Verfügung zu stehen.

Sehr gute Daten lassen sich aus dem Gemeindearchiv finden, wonach die Gemeinde Dürbheim seit eh und je auf die Sicherheit ihrer Einwohner großen Wert gelegt hat. Neben einer Generalverord-nung mussten sich die Gemeinden um 1800 mit eigenen Feuerlöschordnungen um das örtliche Feuerlöschwesen kümmern. Die Obrigkeiten von Ländern und Gemeinden, sprich sämtliche Königliche Untertanen hatten sich an diese Gemeindeverordnungen zur Verhütung von Feuergefahr zu halten. Dürbheim kann bereits am 20. Mai 1808 auf eine örtliche Feuerlöschordnung verweisen. Dass die Vorschriften sehr durchdacht waren, zeigt bereits ein ausführliches Vorwort zu dieser Feuerlöschordnung, wonach für den Fall eines gleichwohl ausbrechenden Brandes, der Gefahr der weiteren Ausbreitung womöglich zu begegnen und das Feuer in seiner Geburt wieder zu ersticken, 91 Paragraphen zur genausten Befolgung vorgeschrieben wurden. Darin werden auch alle Punkte vorgegeben, wie sich die Gemeinde und deren Einwohner im Brandfall zu verhalten haben. Interessant sind verschiedene Begebenheiten, die in dieser Feuerlöschordnung aufgeführt werden. Der § 7 sagt aus, dass jeder neu aufgenommene Bürger und jeder Bürgersohn, sobald er sich heiratet, einen wohlverpichten Feuereimer anzuschaffen und denselben auf dem Rathaus anzuliefern habe. Die Ortsvorgesetzten sollen jedoch keinen annehmen, von welchem vorauszu­sehen sei, dass er bald unbrauchbar werde und das Was­ser nicht halte und jeden auf eine kenntliche Weise mit dem Stadt- oder Dorfzeichen versehen zu lassen. In § 8 ist dann geregelt, dass die Gemeinde von einem neu auf­genommenen Bürger niemals das Geld statt des Feuerei­mers einziehen dürfe, weil die Erfahrung gezeigt habe, dass das Geld doch nicht seinem Zweck gemäß verwen­det werde. Weiter sagt die Feuerlöschordnung aus, dass jeder ab­gängige Feuereimer auf Kosten der Gemeinde sogleich wieder durch einen neuen ersetzt werden müsse, damit immer die volle Anzahl vorhanden sei. Weiter regelt diese Feuerlöschordnung, dass von den am Ort ansässigen Handwerksleuten, jeder auf seine Art, für bestimmte Arbei­ten im Brandfalle eingesetzt werden müsse. So heißt es z.B., dass Metzger und Fuhrleute jeden Orts die vorhan­denen Pferde teils am Brandplatz, teils am Rathaus und an denjenigen Orten, wo die Spritzen gelagert seien, einzufinden haben. Die Küfer und die Bäcker haben ihre Wasserbutten und Gölten im Brandfalle zugleich zu füllen und sollen sich eiligst an den Brandplatz damit begeben.

Sogar auf dem Kirchturm soll während des Sommers stets eine mit eisernen Reifen versehene Kufe mit Wasser bereitgehalten werden, um im Falle eines Blitzschlages dem Feuer sofort mit Wasser begegnen zu können.

Etwas später kam in Dürbheim, wie auch andernorts die Verpflichtung auf die Gemeinde zu, eine Pflichtfeuerwehr zu gründen bzw. zu benennen. Die feuerwehrpflichtigen Männer der Gemeinde waren je nach Tauglichkeit und beruflicher Fähigkeit in verschiedene Züge einzuteilen. Außerdem hatte die Gemeinde, je nach Größenordnung, für die umliegenden Gemeinden einen auswärtigen Feuerlöschdienst zu organisieren und zur Verfügung zu stellen.

Schon 1820 hatte sich der hiesige Gemeinderat mit dem Bau einer Feuerspritzenremise in der Gemeindescheune befasst und siehe da, schon im Jahr 1834 kaufte die Gemeinde Dürbheim die erste fahrbare Feuerspritze. Ob die Spritze tatsächlich so ausgesehen hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber auf jeden Fall ist diese Zeichnung dem Gemeinderatsbeschluss von damals beigefügt. Es zeigt sich also wieder die Sorge der Gemeinde um das Wohl der Bürger und Einwohner.

1879 wurden in einer eigenen Vorschrift  „Statuten für die Pflichtfeuerwehr der Gemeinde Dürbheim“ ausgefertigt.  Darin war auch vermerkt, dass die Pflichtfeuerwehr nicht aufgelöst werden kann, sondern im Falle  fehlender Freiwilliger für den Steigerdienst, die ortsansässigen, tauglichen Bauhandwerker gemäß den Vorstellungen des Gemeinderates zu verpflichten waren. Aus dem Jahr 1888 existiert ein Verzeichnis über die Mitglieder der Pflichtfeuerwehr, wonach diese aus 5 Zügen mit insgesamt 137 Mann bestanden hatte.  Wie bei allen Gesetzen, gab es auch in den Statuten des Feuerlöschwesens natürlich Ausnahmen von der Verpflichtung. So mussten bis 1902 mehrere Dürbheimer vom Feuerwehrdienst befreit werden, da sie sich zum freiwilligen Polizeidienst oder als Soldat verpflichtet hatten.

Ganz ehrenvolle Aufgaben gab es in der Pflichtfeuerwehr natürlich auch. So wurden nicht ganz körperlich fite Personen zu Laternenträger beordert und der so genannte „Signalhornbläser“ musste gemäß der Bezirksfeuerlöschordnung des Oberamtes Spaichingen verschiedene Signaltonreihen auswendig lernen, um die Alarmierung den Feuerwehrleuten richtig zu übermitteln. Er war also der Alarmmeldeempfänger der früheren Jahre !

Trotz der gemeindlichen Verpflichtung zum Feuerwehrdienst, bestand in allen Feuerwehren eine sehr gute kameradschaftliche Beziehung unter einander, was bereits in den frühen Anfangsjahren zu erkennen war und auch von der Gemeinde bei verschiedenen Anlässen je nach Ermessen gefördert wurde.

Sehr nett finde ich die genaue Unterscheidung bei der Aufstellung der Pflichtfeuerwehr für den Hauptort Dürbheim und den Ortsteil Risiberg. So hatte also der Risiberg bereits 1888 lt. Verzeichnis eine eigene Pflichtfeuerwehr, die damals aus 8 Ortsteilbewohnern zusammengesetzt war.

Um 1900 verfasste das Oberamt Spaichingen letztendlich die Verfügung, dass verschiedene Brandhilfeverbände zu gründen seien. So hatte Dürbheim zusammen mit Balgheim, Böttingen, Mahlstetten, Spaichingen, Rietheim, Weilheim und Wurmlingen solch einen Brandhilfeverband zu betreiben, um gegenseitige Hilfe bieten zu können. So war mit dieser Verordnung also die heute noch notwendige und gut funktionierende Überlandhilfe der Feuerwehren unter sich, geboren.

Der Gemeinderat war über Jahre hinweg, trotz spärlicher Kasseneinnahmen, immer sehr neuzeitlich orientiert. Zeuge hiervon ist auch die Tatsache, dass bereits im Jahr 1914  die erste mechanische Auszugsleiter der Firma Magirus gekauft wurde. Wir sind derzeit dabei, diese Leiter wieder zu richten und damit die gute, alte Zeit zu präsentieren.

Nach den überall bekannten und in jeder Gemeinde vorhandenen Kriegswehen des ersten Weltkrieges wurden die Pflichtfeuerwehren zwar immer noch aufrecht erhalten, doch zeigte sich über mehrere Jahre hinweg überall ein Umdenken und eine Umstrukturierung zeigte die Möglichkeiten zur Schaffung von freiwilligen Feuerwehren auf.

So wurde dann letztendlich im Jahr 1935 die heutige Freiwillige Feuerwehr gegründet. Josef Zepf (Maurer) unser Muurer Sepp, war der Mann der ersten Stunde. Er hatte es sich zu eigens gemacht, verschiedene Männer der Gemeinde dazu zu bewegen, auf freiwilliger Basis das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Dürbheim und dem Ortsteil Risiberg abzudecken. Ein Protokoll sagt aus, dass bei der ersten Versammlung nach der Gründung 35 freiwillige Männer dieser neuen Einrichtung angehört haben.

Die Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges haben wiederum für einige Unstimmigkeiten gesorgt und die Gemeinde war schließlich dazu angehalten, alle nicht eingezogenen und im Ort noch verbliebenen Männer zum Feuerwehrdienst zu verpflichten. Die eigentliche Freiwillige Feuerwehr konnte dann 1947 unter Kommandant Karl Müller wieder weiter geführt werden.

Wie ärmlich die Bevölkerung damals war, zeigt die Tatsache, dass die Feuerwehrleute im Brandeinsatz vom Landratsamt zusätzlich eine Ernährungszulage erhalten haben. So geht aus einem Protokoll hervor, dass bei einem nächtlichen Brand vom 29. auf den 30. August des Jahres 1947  insgesamt 22 Feuerwehrleute im Einsatz waren und diese pro Person dann 100 g Brot, 80 g Fleisch, 60 g Teigwaren, 12 g Butter und 20 g Käse über Berechtigungsscheine erhalten haben.

Wie wichtig aber eine örtliche Feuerwehr war und zu welchen Sonderaufgaben sie verpflichtet bzw. gerufen wurde zeigt der hiesige Einsatz bei der Währungsreform im Jahr 1948. Eine mündliche Überlieferung von einem Feuerwehrmann berichtet vom nächtlichen Wacheinsatz auf dem Rathaus. Dort wurde nämlich das „neue Geld“ angeliefert und die Feuerwehr musste auf dem Rathaus die „D-Mark“ bewachen, bevor dann am darauffolgenden Tag die Ausgabe an die Bevölkerung erfolgte.

Anfang der 50iger Jahre ist für die hiesige Feuer­wehr eine TS 6 – Spritze angeschafft worden. Die vorher­gehende, historische Spritze, wurde damals leider zer­trümmert und der Schrotterlös ergab den Betrag für ein Fass Bier, das bereits nach einer einzigen Probe in kürzester Zeit vertilgt war. 1963 ist dann schließlich eine TS 8 – Spritze im Hänger angeschafft worden.  Bereits 1966 wurde dieser Hänger mit  Inhalt an die Gemeinde bzw. Feuerwehr Balgheim verkauft und bei uns durch ein Tragkraft-spritzenfahrzeug TSF auf Ford-Transit 1250 ersetzt.

Das Jahr 1966 war für die Freiwillige Feuerwehr Dürb­heim sowieso ein großes Jahr. Die damals 27 freiwilligen Ange­hörigen der hiesigen Feuerwehr durften unter Kommandant Hans Ragg der 10 Jahre als Kommandant wirkte ,neben der An­schaffung des Feuerwehrfahrzeuges Ford-Transit am 15. Oktober 1966 einer großen Ehrung beiwohnen.  Bürgermeister Horst Fechter ernannte nämlich die ehemaligen Kommandanten Josef Zepf (Maurer) und Anton Keller (Weberstraße) zu Ehren­kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Dürbheim. 1969 übernimmt dann Johann Zepf die Führung der Wehr, bis er im Jahr 1976 von Berthold Schöttle als Wehrführer abgelöst wurde.

Gerade in den 60iger Jahren war die Freiwillige Feuer­wehr Dürbheim im hiesigen Vereinsleben sehr aktiv. Es wurden Theateraufführungen durchgeführt, Wagen und Gruppen für den Fasnetumzug gestaltet und ver­schiedene Gartenfeste halfen die Kameradschaftskasse aufzu­füllen.

Die vorher erwähnte TSF-Spritze auf Ford-Transit, wur­de nach insgesamt 17 Jahren im Frühjahr 1983 bei der durchgeführten Hauptuntersuchung durch den TÜV abgesprochen. So konnte die Freiwillige Feuerwehr Dürbheim in der Ära von Kommandant Berthold Schöttle am 1.5.1983 mit einem schönen Fest mit dörf­lichem Charakter, ein neues Feuerwehrfahrzeug LF-8-Magirus, einweihen.

Erwähnenswert ist in diesen Reihen sicherlich auch der 24. März 1984. An diesem Tag wurde in dieser Festhalle die Kommandantendienstbesprechung abgehalten und viele Gäste wohnten dieser besonderen Versammlung bei. Gerade an diesem Tag wurde nämlich der bisherige Kreisbrandmeister Weiß verabschiedet und der heute unter uns weilende Willi Riedlinger als sein Nachfolger eingesetzt.

1985 stand wieder ganz im Zeichen der Feuerwehr. In diesem Jahr konnten die Wehrmänner und die gesamte Gemeinde  das fünfzigjährige Bestehen dieser Freiwilligkeit mit einem großen Fest feiern und Kommandant Berthold Schöttle durfte zum damaligen Zeitpunkt 29 Feuerwehrmänner um sich scharen.

1990 übernahm Florian Kühner die Leitung der Wehr. Bürgermeister Fechter und der Gemeinderat ernannten den scheidenden Kommandanten Berthold Schöttle zum Ehrenkommandanten.

Im Jahr 1991 wurde für die Sicherstellung des Nachwuchses in der Feuerwehr eine Jugendfeuerwehr gegründet. Ihr gehörten sechs Gründungsmitglieder unter der Leitung des noch heute amtierenden Jugendfeuerwehrwartes, Norbert Betting, an. Etwas ruhigere Jahre waren der Dürbheimer Wehr in der nun folgenden Zeit beschert.

Modernisierung des Fuhrparks und der Gerätschaften

Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 versah 20 Jahre treuen Dienst, bevor es 2003 durch ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10/6 mit permanentem Allradantrieb ersetzt wurde. Erstmals in ihrer Geschichte besitzt die Dürbheimer Feuerwehr dadurch ein wasserführendes Fahrzeug mit einem Löschwassertank von 600 Litern Fassungsvermögen. Weiterhin ist das HLF 10/6 technisch auf dem modernsten Stand. Es besitzt neben der löschtechnischen Ausstattung umfangreiche Gerätschaften für technische Hilfeleistungen, wie zum Beispiel der hydraulische Rettungssatz mit Schere, Spreizer und Teleskopzylinder, einen pneumatischen Hebekissensatz, sowie einen Gerätesatz Absturzsicherung und eine Schleifkorbtrage.

Mit der Fahrzeugübergabe und -weihe durch die politische, wie auch kirchliche Gemeinde durften die Feuerwehrangehörigen mit Kommandant Frank Harter somit am 14. September 2003 ein nicht alltägliches Fest feiern . Im selben Jahr tauschte man das LF8, welches aufgrund seiner Größe im Magazin keinen Platz mehr fand, gegen das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF der Gemeinde Balgheim.

Am 18. Februar 2005 wählte die Hauptversammlung Markus Vopper zum Nachfolger von Kommandant Frank Harter.

Während einer Übung im Jahr 2006 ging die Tragkraftspritze TS 8/8 kaputt und hatte nur noch Schrottwert. Da die Reparaturkosten dem Anschaffungspreis einer neuen modernen Pumpe nahe kamen, entschloss sich der Gemeinderat für die Beschaffung einer neuen Tragkraftspritze TS 10/10 mit Elektrostarteinrichtung.

Auf kameradschaftlicher Ebene wurde und wird bis heute noch viel getan. Kameradschafts­abende, Ausflüge und Grillabende helfen mit geselli­gen Stunden, dieses vereinskameradschaftliche Verhält­nis noch weiter auszubauen und zu pflegen.